Medienphilosophie

Der weitaus größte Teil Forschungsfragen und Forschungsinteressen ist medienphilosophisch grundiert: Es geht um die Reflexion der diversen Bedingungen der Möglichkeit medialer Vermittlung und Konstruktion, um die Morphologie des Medialen und um die Leistungen der Formdynamiken historischer Mediensysteme. Die Medienphilosophie eröffnet dabei zugleich den Horizont für eine Metareflexion und Wissenschaftstheorie der Medienwissenschaft.

Medientheorie

Zentrale Forschungsthemen sind hier neben dem Entwurf einer Medienmorphologie vor allem die Paradigmengeschichte der Medienwissenschaft, die zur Analyse von Fragen der Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte der Medienwissenschaft geführt haben. Gegenwärtig stehen der Entwurf einer Medienmorphologie sowie Überlegungen zu offenen, dezentrierten Theoriestrategien in den Medienwissenschaften im Zentrum des Forschungsinteresses. Dabei geht es nicht zuletzt auch um Fragen zum generellen Verhältnis von Medientheorie und Medienphilosophie.

Medienästhetik

Der zentrale Ansatzpunkt für die Entwicklung medienästhetischer Fragstellungen ist die Analyse der Funktion und Möglichkeiten formästhetischer Analysen in den Medienwissenschaften. Darüber hinaus geht es um Fragen des Zusammenhangs von Mediengeschichte und der Paradigmenentwicklung der Ästhetik. Dies Interesse hat u.a. auch zur Analyse genereller Fragen ästhetischer Theoriebildung wie etwa zu Überlegungen zum systematischen Zusammenhang von Ästhetik und Ökonomie sowie zur Analyse von Fragen der ästhetischen Formanalyse und Morphologie geführt.

Medienethik

Der medienethischen und normativen Analyse von Programmen, Organisationsstrukturen und Kontrollmechanismen im Mediensystem liegt vor allem ein Interesse an der Einsicht in das Funktionieren von Normen im Mediensystem zugrunde. Die Funktionsanalyse von Normen und medienethischen Konzepten ist insofern nicht von den die Diskussion ansonsten dominierenden Kontroll- oder Regulationsabsichten, sondern von einem Interesse an der Bedeutung und Funktionsweise von Normen und deren Dynamik im Mediensystem geleitet. Neben der Reflexion von ethischen Ansätzen steht so vor allem die konkrete Analyse des normativen Gehalts von Medienprodukten im Vordergrund.

Medienkultur

Die theoretische Reflexion des Medialen bliebe unvollständig, würde sie sich nicht auch am Material ausprobieren. Insofern werden medientheoretische Modelle und medienphilosophische Annahmen im Kontext von Analysen der unterschiedlichsten Phänomene aktueller und historischer Medienkulturen gleichermaßen entworfen und überprüft. Dabei werden unterschiedlichste Medien vom Rundfunk über den Film bis zum Computerspiel paradigmatischen medienmorphologischen Analysen unterzogen.

Mediengeschichte

Das medienhistorische Interesse konzentriert sich nicht dominant auf Einzelmedien und deren jeweilige Geschichte, sondern auf Fragen des systematischen Zusammenhangs von wiederkehrenden Strukturen in historischen Mediensystemen. Insofern werden Fragen der Dynamik von Medien vor dem Hintergrund von Bezügen und Verweisen auf andere Medienleistungen und mediale Infrastrukturen betrachtet. Es geht also in historischen Medienvergleichen vor allem um den Vergleich medialer Konstellationen und deren funktionale Korrespondenzen. Zugleich wird den Folgen der transversalen Integration eines universalen Mediensystems für die Konstruktion von Geschichte nachgegangen.